. . .
BORA
bild
Das Team des Pankower Hausgeräte- und Küchenspezialisten JÄNIS... [mehr]
Steuererklärung
bild
Das alltägliche Leben fordert uns jeden Tag. Da kann man schnell... [mehr]
Glasschäden versichern
bild
Das beliebte Sprichwort „Scherben bringen Glück“ gilt späte... [mehr]
Freiwillige Steuererklärung
bild
Wer seine Steuererklärung freiwillig abgeben möchte, muss sich ... [mehr]
Doppelte Haushaltsführung auch für Singles?
Als Single ist man ja bekanntlich relativ ungebunden. Wer einen neuen Job in einer anderen Stadt findet, kann daher schnell seine Siebensachen packen und umziehen. Doch auch Singles wollen nicht auf ihre Familie und Freunde in der Heimat verzichten. Sie behalten daher oft ihre alte Wohnung und mieten in der Nähe des Arbeitsplatzes eine neue. Dabei stellt sich jedoch die Frage, ob Singles Aufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung steuerlich berücksichtigen können oder ob dieses „Privileg“ Verheirateten vorbehalten ist?

Elterliche Wohnung als eigener Hausstand?
Eine alleinstehende Beschäftigte zog zu Beginn ihres Studiums aus dem Elternhaus in eine Studentenwohnung, in der sie auch nach Abschluss ihrer Ausbildung und Aufnahme einer Beschäftigung lebte. Nach Ende des Mietverhältnisses zog sie zunächst zurück in ihr Elternhaus und bezog dort eine Einliegerwohnung, die über eine eigene Küche sowie ein eigenes Bad verfügte. Bereits zuvor hatte sie diese Wohnung bei Besuchen etc. regelmäßig bewohnt. Einige Zeit später suchte sie sich am Beschäftigungsort eine Wohnung, die sie gegenüber der Meldebehörde als ihre Hauptwohnung deklarierte.

Als sie Aufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung von der Steuer absetzen wollte, verweigerte das zuständige Finanzamt eine steuerliche Berücksichtigung. Es war der Ansicht, dass die Frau im Streitjahr keinen eigenen Hausstand im Elternhaus innegehabt habe - also von einer doppelten Haushaltsführung keine Rede sein könne. Daraufhin zog die Alleinstehende vor Gericht.

Keine doppelte Haushaltsführung ersichtlich
Der BFH (Bundesfinanzhof) entschied, dass die Frau im Streitjahr keinen eigenen Hausstand in ihrem Elternhaus innegehabt hatte. Das Gericht wies jedoch ausdrücklich daraufhin, dass auch alleinstehende Berufstätige grundsätzlich einen doppelten Haushalt führen können - der Abzug der Aufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung als Werbungskosten hängt nämlich nicht vom Familienstand des Steuerpflichtigen ab.

Vorliegend war jedoch nicht erkennbar, dass die Singlefrau bei ihren Eltern einen eigenen Hausstand gegründet hatte. Von einem eigenen Hausstand spricht man, wenn sich der Beschäftigte mit Ausnahme der Arbeits- und Urlaubszeit in der betreffenden Wohnung aufhält, dort also seinen Lebensmittelpunkt hat. Wer allerdings die Wohnung nur selten - z. B. zu Besuchszwecken oder als Feriendomizil - nutzt, unterhält gerade keine eigene Wohnung. Ein weiteres Indiz gegen einen eigenen Hausstand ist die Unentgeltlichkeit der Wohnungsüberlassung. Auch die Einrichtung oder die Größe der Wohnung sowie die Lebensumstände, das Alter und der Personenstand des Berufstätigen spielen bei der Beurteilung eine wichtige Rolle.

Danach war die Steuerpflichtige lediglich in den Haushalt ihrer Eltern eingegliedert. Erstens hat sie die Wohnung bereits vor ihrem Umzug zu den Eltern in gleichem Maße genutzt. Ferner musste sie ihren Eltern kein Entgelt für die Nutzung der Wohnung zahlen. Zwar hat die junge Frau eine abgeschlossene Wohnung im Elternhaus bezogen. Das bedeutet aber nicht, dass man deswegen automatisch einen eigenen Haushalt begründet. Das Gericht gewann vielmehr - auch wegen der Einrichtung und Ausstattung der Räume - den Eindruck, dass die Wohnung regelmäßig nur zu Besuchszwecken aufgesucht worden ist.

 

 

(Quelle: BFH, Urteil v. 10.04.2014,
Az.: VI R 79/13
Weitere Steuertipps unter
www.steuerberater.net)

Anzeige