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PRO-PO: Klopapier war gestern – heute kommt das Dusch-WC, die Hygiene-Revolution im Stillen Örtchen
In vielen Ländern, unter anderem in Japan, gehört die Reinigung mit Wasser selbstverständlich zum Toilettengang. Auch bei uns sind Dusch-WCs im Kommen und setzen neue Hygienestandards. Gut so, meinen Proktologen.

Stellen Sie sich spaßeshalber einmal vor, Sie würden zum Händewaschen Papier statt Wasser und Seife benutzen. Komische Idee, genau. Wasser ist aus der Körperhygiene im Allgemeinen nicht wegzudenken. Trotzdem setzen wir hierzulande bei der hygienisch heikelsten Situation immer noch auf Papier: der Reinigung nach dem Toilettengang. Vielerorts ist das anders – da nutzt man das Bidet. Italiener und Portugiesen tun es, Franzosen sowieso, aber auch Argentinier und Uruguayer. Und die als sehr reinlich geltenden Japaner? Haben das Dusch-WC für sich entdeckt. Bereits jeder zweite Haushalt verfügt inzwischen über diese Komfort-Technik. Wenn es nach der Sanitärindustrie geht, ist das in Deutschland bald ähnlich. Was hat es mit der neuen Technologie auf sich und wie funktioniert sie überhaupt?

Exkurs in die Toilettenkultur

Ganz neu ist die Idee der Nassreinigung nach dem Toi-lettengang nicht. Äußerlich einer Toilette nicht unähnlich, dient das Bidet seit ca. 300 Jahren der Reinigung intimer Körperstellen (und manchmal auch der Füße). Über den Zeitpunkt der Erfindung gibt es keine zuverlässige Nachricht. Vermutlich wurde es Ende des 17./Anfang des 18. Jahrhunderts von französischen Möbelbauern entworfen und war zunächst dem Adel vorbehalten. Als früheste bekannte bildliche Darstellung gilt das Gemälde „La Toilette intime“ von François Boucher aus dem Jahre 1741, das eine Dame der Gesellschaft bei der Benutzung zeigt. Der damalige französische Gesandte in Venedig und Rom führte das Hygiene-Tool in Italien ein, wo es seitdem große Erfolge feiert. 97 % der Bevölkerung sollen hier einer Umfrage zufolge bekennende Nutzer sein, während das in Frankreich nur 42 % von sich behaupten. Weit abgeschlagen liegen Deutschland mit 6 % und Großbritannien mit gerade mal 3 %.

Aus zwei mach eins war die Devise des Schweizers Hans Maurer. Der Konstrukteur von Büromaschinen kombinierte 1957 Toilette und Bidet, integrierte einen Föhn – und erfand damit das Dusch-WC. Konsequenterweise ist es in der Schweiz auch viel verbreiteter ist als im Rest von Europa. Von hier aus fand es seinen Weg nach Japan, kehrte alsbald in japanischer Ausführung nach Europa zurück, wo es sich nun den Markt mit europäischen – auch deutschen – Wettbewerbern teilt und Einzug in unsere Badezimmer hält.

Was so ein Dusch-WC alles kann

Auf den ersten Blick unterscheiden sich Dusch-WCs kaum von ihren herkömmlichen Kollegen, da die technischen Voraussetzungen für die Duschfunktion und die Anschlüsse für die Strom- und Wasserversorgung in der Keramik bzw. im Sitz verborgen sind. Die eigentliche Sensation beginnt, wenn man auf der Brille Platz genommen hat. Auf Knopfdruck fährt im Becken ein integrierter Duscharm aus und gibt einen körperwarmen Duschstrahl in gewünschter (und vorher programmierter) Intensität ab. Auch die Temperatur lässt sich individuell einstellen. Durch gleichmäßige Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen der Duschdüse kommt der Wasserstrahl auch wirklich überall hin. Anschließend pustet ein weicher, warmer Luftstrom aus dem Fön alles wieder trocken.
Vor und nach jedem Duschgang wird die Duschdüse automatisch mit frischem Wasser gereinigt. Viele Dusch-WCs haben außerdem eine spezielle „Ladydusche“ für die Intimhygiene der Frau. Je nach Modell kommt man zusätzlich in den Genuss von beheizten Toilettensitzen, einer Geruchsabsaugung oder Spülgeräuschen „aus der Dose“, um die eigenen Geräusche beim Toilettengang zu übertönen. Dank einer Hebe- und Absenkautomatik für WC-Deckel und -Brillen lassen sich die meisten Dusch-WCs benutzen, ohne einen Finger zu rühren. Gesteuert werden sämtliche Funktionen bequem über eine Fernbedienung mit LCD-Anzeige. Damit kann man  das persönliche Reinigungsprogramm für mehrere Personen abspeichern und immer wieder abrufen.

Dusch-WCs sind in wandhängender oder bodenstehender Ausführung erhältlich. Wer davor zurückschreckt, sein ganzes WC zu erneuern, ist mit einem Dusch-WC-Aufsatz gut bedient, der auf die vorhandene WC-Keramik montiert wird.

Das Dusch-WC als Lebenshilfe

Wir werden immer älter und – ob wir wollen oder nicht – irgendwann unbeweglicher. Dusch-WCs ermöglichen die tägliche Intimpflege ohne fremde Hilfe und sind deshalb für ältere, kranke und bewegungseingeschränkte Menschen ein großer Gewinn. Sie bleiben länger selbstständig, was erheblich zur Lebensqualität beiträgt. Das gilt nicht nur im privaten Bereich, sondern auch in Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen, Einrichtungen für betreutes Wohnen sowie Pflege- und Altenheimen. Wer hier unabhängig von Schwestern und Pflegern seinen Toilettengang erledigen kann, gewinnt ein Stück persönliche Freiheit und Würde zurück. Gleichzeitig wird das Pflegepersonal entlastet. Einige Modelle haben sogar eine Hilfsmittelnummer und können von den Kranken- oder Pflegekassen übernommen bzw. bezuschusst werden. Die Bewilligung hängt allerdings von der individuellen Diagnose ab.

FAZIT

Dusch-WCs bieten ein Mehr an Hygiene und Komfort und können sogar helfen, Erkrankungen vorzubeugen. Für kranke und bewegungseingeschränkte Menschen leisten sie einen wichtigen Beitrag zum barrierefreien Leben und sind so – unabhängig von allen Ausstattungsraffinessen – eine durchaus sinnvolle Erfindung. Und deren Entwicklung ist keineswegs abgeschlossen.

Mehr unter www.bfgruppe.de.

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