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Der Prachtbau im Grünen
Pankows neues Museum – ein Denkmal friderizianisch-barocker Architektur – der Stolz Niederschönhausens und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten

Seit einem halben Jahr ist Berlin um ein restauriertes Schloss reicher. Große Baumeister wie Johann Boumann der Ältere, Johann Friedrich Nilsson Eosander und Johann Arnold Nering waren einst an seiner Gestaltung beteiligt. In den vergangenen 350 Jahren war Schönhausen Adelsresidenz, königlicher Sommersitz, Museum, Lagerraum, Schule, Regierungssitz und Staats-Gästehaus.

Fast fünf Jahre dauerten die umfangreichen Restaurierungsarbeiten, bevor der Prachtbau im Dezember als Museumsschloss für den Besucherverkehr wiedereröffnet wurde. 8,5 Millionen Euro flossen in die Wiederherstellung des Baus und der Gartenanlagen.

Das Schloss ist eins von nur wenigen Schlossbauten in Berlin, die den 2. Weltkrieg unbeschadet überstanden haben. Berühmt ist sein über drei Stockwerke reichendes doppelläufiges Treppenhaus, das die Gäste am bordeauxroten Teppich des Vestibüls empfängt und durch das Haus leitet.

Auf drei Etagen besichtigen die Besucher nun die insgesamt 27 aufwändig nach historischen Vorgaben wiederhergestellten, ausgestatteten und gestalteten Räume: Das Erdgeschoss ist der preußischen Königin Elisabeth Christine, der Gemahlin Friedrichs des Großen, vorbehalten. Sie nutzte das Schloss im 18. Jahrhundert über mehr als 50 Jahre als Sommerresidenz. Zu sehen sind in der Audienzkammer Bücher der Königin, Teile eines Besteckes und auch eine Sänfte Ihrer Majestät. Hier, wie auch in der Vorkammer, im Gartensaal und in der Weißen Kammer sind zahlreiche zeitgenössische Gemälde zu sehen. Die Raumarchitektur mit Stuckverzierungen, Tapezierungen und Farbausgestaltungen, Täfelungen und Parkett- und Marmorböden sind nach originalen Vorlagen rekonstruiert.

Der Adelsfamilie zu Dohna, auf die der ursprüngliche Schönhausener Schlossbau der 1660er-Jahre zurückgeht, sind Ausstellungsräume im Obergeschoss gewidmet. Hier sind viele originale Möbelstücke, Kunstwerke aus der Silberkammer und der Kunstkammer und Teile der Bibliothek aus dem ostpreußischen Schloss Schlobitten ausgestellt, in dem die Adelsfamilie Dohna bis 1945 ihr Domizil hatte. Bereits 1943 hatte Fürst Alexander zu Dohna begonnen, zahlreiche Kunstgegenstände der Familie in Richtung Westen zu evakuieren. Auch diese Räume sind nach erhalten gebliebenen Originalen und Entwürfen gestaltet und vermitteln das Bild der ursprünglichen Anmutung.

Die Geschichte des Schlosses in der DDR-Zeit wird ebenfalls in einem Teil des ersten Obergeschosses erläutert. Hier ist das Arbeitszimmer des ersten Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck, mit Schreibtisch, Schränken und Konferenzmöbeln im Stil jener Zeit eingerichtet. Zwischen 1949 und 1960 war Schloss Schönhausen der Sitz des DDR-Staatsoberhauptes, bevor es von 1964 bis 1990 als Staatsgästehaus genutzt wurde. Das Staatsgäste-Appartement ist mit erhalten gebliebenen Einrichtungen von Schlafzimmern, Ankleidezimmer und Bädern ein innenarchitektonisches Zeitzeugnis.

Die aktuell fast abgeschlossenen Rekonstruierungsarbeiten und viele der im Laufe der Jahre vorangegangenen Umbauarbeiten sind im 2. Obergeschoss in einer Sonderausstellung ebenso dokumentiert, wie historische Gestaltungsprozesse in der Garten- und Landschaftsarchitektur, der Lichtgestaltung und der Möblierung des Schlossparks. Erklärende Texte und begleitendes Bildmaterial auf großen Stelen wie auch einzelne Computer-Stationen mit Audio-Zuspielen erlauben den Besuchern des Schloss-Museums in jedem der Räume ein anschauliches Erschließen der historischen Funktionen und entsprechenden Veränderungen der jeweiligen Zimmer.

Die Restaurierungsarbeiten in den Schlossräumen wie auch die Arbeiten an der Wiederherstellung des Schönhausener Schlossgartens in der Tradition der 20er- und 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts werden auch in den kommenden Jahren fortgesetzt.

Öffnungszeiten bis Oktober:

Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr, montags geschlossen

Öffnungszeiten im November und im Dezember:

samstags, sonntags und an Feiertagen von 10.00 bis 17.00 Uhr

Der letzte Einlass erfolgt jeweils 30 Minuten vor der Schließzeit. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 5 Euro. Gruppenführungen werden pauschal für 110 Euro angeboten.

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