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Innovativer Denkmalschutz im Umspannwerk Wilhelmsruh – Wie alte Bausubstanz und neue Nachbarn zueinander finden
Den Berliner Hauptsitz eines IT-Unternehmens freiwillig in eines der bedeutendsten Industriedenk­mäler der Stadt zu verlegen – das klingt mutig. Und tatsächlich ist es auch kein einfaches Umzugs­projekt, das Vattenfall Europe Information Services, die ­IT-Tochter des in Berlin bekannten Energieversorgungs-unternehmens, bereits im Jahr 2005 zu planen begann. Gerade ist nach dem offiziel­len Einzug ein Jahr vergangen – eine Bilanz.

Bauherren tragen immer ein gewisses Risiko. Wer schon mal ein Einfamilienhaus errichten ließ, hat nicht selten ein paar graue Haare kostenlos dazubekommen. Eine alte Bausubstanz zu sanieren, statt ein neues Gebäude zu bauen, erhöht dieses Risiko zusätzlich - Hundert Jahre alte Mauern lassen sich von Zeitplänen und Kostenrahmen eben kaum beeindrucken. Im Um­spannwerk ­Wilhelmsruh in Berlin-Pankow kam erschwerend noch der Denkmalschutz hinzu, der umfang­reiche Vorgaben gerade bei solch ­wichtigen Bauwerken macht. 1925-27 unter der Leitung des damaligen Chef­architekten der Bewag Hans-Heinrich Müller errichtet, war das Um­spannwerk Teil eines hochmodernen Stromversorgungs­netzes, das in den 20er-Jahren für die wachsende Metropole aufgebaut wurde. Hier wurde der aus den Kraftwerken zugeleitete Strom von einer sehr hohen Spannung auf eine geringere Verteilungs­spannung abgespannt. Erst 1994 ging das Umspannwerk außer Betrieb und fand seitdem aufgrund seiner interessanten Ausstrahlung in der Berlin-typischen Zwischennutzung viel Zuspruch bei Kreativen, Eventveranstaltern und Filme­machern.

Mit der 2005 beschlossenen Nutzung als Bürogebäude wurde alles anders. In den steinernen, meterhohen und zugigen Räumlich­keiten wie der „Phasenschieber­halle" sollten sich möglichst bald Softwareexperten und Kundenberater wohl fühlen. Modernste Anforderungen in Sachen Kommunikationsinfrastruktur, Brand­schutz und Wärmeisolierung trafen auf ein leicht angestaubtes Backsteingebäude aus der Zeit der Weimarer Republik. „Umfang­reiche Bauarbeiten waren unum­gänglich. Gleichzeitig wollten wir aber soviel wie möglich von der einmaligen Atmosphäre erhalten, die uns ein Büroneubau nie und nimmer hätte bieten können", erklärt Ernst Wudtke, Geschäftsführer bei Vattenfall Europe Information Services.

Gerade unter dem Gesichts­punkt des Denkmalschutzes ist der Umbau gelungen: Eingriffe in der Fassade wurden auf ein Minimum reduziert - ohne jedoch die Anforderungen an Schall- und Wärme­schutz sowie Belichtung und Belüftung außer Acht zu lassen. Denkmalgeschützte Bereiche wurden in ihrem histo­rischen Erscheinungsbild perfekt mit modern­ster Büroarchitektur verbunden. „Heute führen wir Besprechungen mit unseren Kunden und Gästen gern in der historischen Leitwarte - ein Raum voller originalgetreuer Schalttafeln und Instrumente, eingelassen in den weißen Marmor der 1920er-Jahre. Wer das einmal gesehen hat, will zumeist nie mehr zurück in die üblichen Neubau-Meetingräume", freut sich Ernst Wudtke.

Natürlich gab es bei der Realisierung dieser Mammutaufgabe auch einige Probleme. Der ur­sprüngliche Zeitplan war aufgrund der anspruchsvollen Restaurierungsarbeiten irgendwann nicht mehr zu halten, und auch die Nachbarschaft musste zunächst informiert werden. „Bei dem Namen „Vattenfall" vermuteten sicher einige Anwohner, dass wir hier demnächst als Energie­erzeuger tätig werden und dabei vielleicht Lärm oder Staub verursachen. Einen IT-Dienstleister, wie wir es sind, hat sicher kaum jemand erwartet", vermutet Ernst Wudtke. Heute, ein Jahr nach dem Einzug, sind all diese Schwierig­keiten vergessen. Und zurück in die alten Büroräume nach Charlottenburg möchte natürlich auch niemand mehr.

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