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Woran man seriöse Arbeitsvermittler erkennt
Sowohl für ALG I als auch für ALG II Empfänger ist die Inanspruchnahme eines privaten Arbeitsvermittlers möglich und sinnvoll, wenn man rasch wieder in den 1. Arbeitsmarkt vermittelt werden will.

Private Arbeitsvermittler sollten Arbeitsuchende dauerhaft in eine Festanstellung vermitteln. Dabei muss es sich um ein sozialversicherungspflichtiges Ar­beits­verhältnis handeln. 400,-€-Jobs, Nebenbeschäftigungen und ähnliches gehören nicht dazu.

Die Vergütung für diese oft recht anspruchsvollen Vermittlungsbemühungen erfolgt gestaffelt durch die Agentur für Arbeit (siehe unten Vermittlungsvergütung, Vermittlungsgutschein).

Was ist für Arbeitssuchende zu beachten?
Seriöse Arbeitsvermittler erheben keine Gebühren. Auch wenn einem Bewerber schon beim ersten Gespräch ein Job in Aussicht gestellt wird, oder sogar versprochen wird, ist Vorsicht geboten. Eine faire Arbeitsvermittlung engagiert sich für Jobsuchende und bemüht sich, möglichst schnell einen ordentlich bezahlten Job zu vermitteln.

Hochwertige Qualitätsstandards garantieren diejenigen Arbeitsvermittler, die sich im „Ring der Arbeitsvermittler e.V (RDA)" zusammengeschlossen haben.
Der RDA wurde am 13. November 2003 von 23 Arbeitsvermittlungen aus Mitteldeutschland in Dessau gegründet. Seit seinem Bestehen ist die Mitgliederzahl auf über 200 Unternehmen angewachsen.

Mitglied kann nur werden, wer persönliche Voraussetzungen (z.B. keine Vorstrafe oder Gewerbeuntersagung; klare Vermögensverhältnisse) erfüllt, und fachliche Voraussetzungen (wie z.B. eine vermittlungsbezogene Ausbildung und die Kenntnis der gesetzlichen Grundlagen und Datenschutzbestimmungen) mitbringt.

Der Verband verpflichtet sich zur klaren und nachvoll­zieh­baren ­Dokumentation aller mit der Vermittlung verbundenen Prozesse. Darüber hinaus bietet er ein lösungsorientiertes Beschwerdemanagement an, in dessen Rahmen Problemlösungen erarbeitet, und sogar Mitglieder sanktioniert werden können.

Daher empfiehlt es sich, als Arbeitsuchender nur die Vermittlungsdienste eines Arbeitsvermittlers in Anspruch zu nehmen, der solche Qualitätsvorgaben erfüllt.

Bitte auch beachten:
Häufig verwechseln Arbeitssuchende die Begriffe Arbeitsvermittlung und Zeitarbeitsfirma. - Zeitarbeitsfirmen sind Arbeitgeber. Sie stellen die Arbeitskräfte selber ein und „verleihen" sie anschließend auf Zeit an andere Unternehmen. Die Entlohnung erfolgt durch die Zeitarbeitsfirma.

 

Vermittlungsvergütung
Von Arbeitsuchenden kann eine Vermittlungsvergütung verlangt werden. Dazu muss vor der Vermittlung ein schriftlicher Vermittlungsvertrag geschlossen werden, aus dem die Vermittlungsvergütung hervorgeht, die der Arbeitsuchende dem Vermittler zahlen soll.

Dabei gelten folgende Höchst­sätze (einschließl. der gesetzlichen Umsatzsteuer):
Einheitlich 2.000 Euro. Ausnahme: Bei Künstlern, Fotomodellen, Berufssportlern u.a. gelten durch Rechtsverordnung festgelegte Vergütungen; 150 Euro für die Vermittlung von Au-pairs. Mit der Vergütung sind auch alle Leistungen abgegolten, die zur Vorbereitung und Durchführung der Vermittlung erforderlich sind.

Vereinbarungen, die gegen vorstehende Regelungen verstoßen, und mündliche Vereinbarungen sind unwirksam. Der Vermittler hat erst dann Anspruch auf die Vermittlungsvergütung, wenn infolge seiner Vermittlung ein Arbeitsvertrag zustande gekommen ist. Er darf keine Vorschüsse auf die Vergütungen verlangen oder entgegennehmen. - Bei der Ausbildungsvermittlung dürfen nur vom Arbeitgeber Vergütungen verlangt oder entgegengenommen werden.

 

Vermittlungsgutschein
Bezieher von Arbeitslosengeld I, die innerhalb von 3 Monaten 6 Wochen arbeitslos gemeldet waren, haben einen Rechtsanspruch auf einen Vermittlungsgutschein.
ALG II-Empfänger können auf Antrag ebenfalls einen Vermittlungsgutschein erhalten. Es gelten die selben Fristen wie bei ALG I.

Der Vermittlungsgutschein gilt für einen Zeitraum von jeweils 3 Monaten, eine Neu-ausstellung ist möglich, solange die Anspruchsvoraussetzungen noch erfüllt sind. Der Vermittlungsgutschein kann bei der Arbeitsagentur, ARGE oder Optionskommune persönlich, schriftlich, telefonisch, per Fax oder per E-Mail beantragt werden.

Die Vergütung wird an den Arbeitsvermittler nur gezahlt, wenn
 es sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit einer Arbeitszeit von mindestens 15 Stunden wöchentlich handelt,
 von vornherein eine Beschäftigungsdauer von mindestens 3 Monaten vereinbart wurde, Arbeitgeber und Vermittler dürfen nicht wirtschaftlich verflochten sein.

Knapp 780.000 Vermittlungsgutscheine wurden 2007 ausgegeben, ca. 9 Prozent davon wurden eingelöst (Quelle IAB, Mehrfachvergabe eingerechnet). Auch ins EU-europäische Ausland darf vermittelt werden.

Höhe: in der Regel 2.000  € (incl. MWSt) - bei erhebl. Vermittlungshemmnissen bis 2.500 € - ausgezahlt in 2 Raten: nach ununterbrochenem Beschäftigungsverhältnis von 6 Wochen gibt es die erste, und nach einem halben Jahr die zweite Rate.

 

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