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Wenn plötzlich das Gedächtnis streikt
Mit Erreichen des hohen Alters, steigt das Risiko an einer Demenz zu erkranken und vielen Menschen macht der fortschreitende Verlust der Gedächtnisleistung und der eigenen Identität Angst. Plötzlich ändert sich alles für den Betroffenen und seine Angehörigen. Die Ergotherapie kann den fortschreitenden Verlust des Gedächtnisses nicht aufhalten. Sie versucht diese Menschen nicht in Verwirrung und in ihren Angstzuständen zu belassen, sondern ihnen Würde und Sicherheit zu verleihen.

Das Krankheitsbild Demenz entsteht durch eine fortschreitende Rückbildung von Hirngewebe. Durch die Demenz werden das Denkvermögen, die Motorik und die Sprache angegriffen. Infolgedessen nimmt die Gedächtnisleistung ab, das Denken und Sprechen fällt schwerer und die Orientierung, die Auffassungsgabe und das Urteilsvermögen bauen ab. Begleitet wird die Krankheit von Störungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens und der eigenen Motivation.

Die Demenz wird in eine primäre und sekundäre Form gegliedert, wobei die sekundäre Demenz reversibel ist. Es handelt sich dabei um keine hirnorganische Störung, sondern sie tritt unter anderem als Folge von chronischer Herzinsuffizienz, Lungenerkrankungen oder einer Depression auf. Primäre Demenzformen sind irreversibel. Dazu zählt die Demenz vom Alzheimer-Typ.

Der Krankheitsverlauf ist in drei Stadien gegliedert. Im frühen Stadium zeigen sich die ersten Anzeichen. Es werden Gegenstände, wie der Haustürschlüssel verlegt oder man erinnert sich nicht mehr an kürzlich Gesagtes. Im emotionalen Bereich zeigt sich eine Affektverflachung, verstärkte Ängstlichkeit, weil die soziale Welt nicht mehr eingeordnet werden kann. Eine Folge ist der Rückzug aus dem sozialen Umfeld.

Im mittleren Stadium treten zunehmende Orientierungsschwierigkeiten zu Raum, Zeit und Person auf. Es werden Teile der eigenen Biographie vergessen und die Identität des Erkrankten verjüngt sich. Hinzu kommen Schwierigkeiten in der Motorik und damit auch einhergehenden mit den Aktivitäten des täglichen Lebens. Die Sprache reduziert sich, komplexe Aufgaben werden vermieden. Dieser Verlust von Selbständigkeit führt zu Panikreaktionen und innerer Unruhe.

Bei einer schweren Demenz (dem letzten Stadium) verliert der Erkrankte jegliche Orientierung und den Bezug zum eigenen Ich. Eine sprachliche Verständigung ist kaum noch möglich. Der Patient reagiert auf den Verlust seiner Identität mit Aggressivität. Dieses Stadium zeichnet sich durch Bettlägerigkeit, Inkontinenz und dem Verlust der Interpretationsfähigkeit wahrgenommener Informationen aus.

Im ersten Stadium der Erkrankung ist es noch möglich, mit Gedächtnistraining und therapeutischen Methoden den Patienten an die veränderten Gegebenheiten heranzuführen. Die ergotherapeutische Behandlung findet meist im häuslichen Umfeld des Patienten statt. Um die Persönlichkeit des Patienten solange wie möglich zu erhalten und um damit depressiver Verstimmung vorzubeugen, ist die biographische Arbeit zentral. Dazu werden Fotoalben angelegt, ein persönliches Buch mit Hobbies, Familie, Vorlieben erstellt und die eigenen Lebensgeschichten aufgeschrieben. Für die Orientierung ist es eine große Hilfe für die Betroffenen, dass alle Dinge und Gegenstände im Haus auf ihrem Platz stehen, Schränke mit Zetteln versehen werden, ein großer Kalender für die zeitliche Orientierung angebracht wird und Namenslisten und Rufnummern griffbereit neben das Telefon gelegt werden. Auch die Wohnung muss den Bedürfnissen entsprechend umgebaut werden. Was dabei zu berücksichtigen ist, dafür stehen die Ergotherapeuten beratend zu Seite.

In der zweiten und dritten Phase der Demenzerkrankung geht es um die Würde des Menschen, um die Angstminderung und den Erhalt und die Förderung der eigenen Körperwahrnehmung. Ziel ist es, die Immobilität, Bettlägerigkeit und Handkontrakturen durch Körperinformationen vorzubeugen und durch selbst eingesetzte Körperreize ein Selbstgefühl aufzubauen. Auch für Angehörige ist die Krankheit eine enorme Belastung, es ist ein jahrelanger Trauerund Abschiedsprozess. Bei der Ergotherapie geht es darum, beratend tätig zu sein, aufzuklären und dem Betroffenen Schutz, Sicherheit und das Gefühl zu geben, ihn in seiner Rea lität abzuholen.

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